Atopisches Ekzem: Symptome, Auslöser und die richtige Basispflege

Ein atopisches Ekzem ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Form von Juckreiz und trockenen, gereizten Stellen auftritt. Bekannte Synonyme sind Neurodermitis oder atopische Dermatitis. Wir erklären die Symptome und welche Basispflege helfen kann.

Nahaufnahme von Händen; eine Person juckt kleine Kratzwunden an den Handknöcheln

Inhaltsverzeichnis

Alles Wichtige zum Thema „atopisches Ekzem“ im Überblick

  • Das atopische Ekzem verläuft oft in Schüben. Eine konsequente Pflege kann die Haut stabilisieren.
  • Die Trigger sind sehr individuell. Wenn Du sie kennst, kannst Du Deine Schübe reduzieren.
  • Bei starken, nässenden oder wiederkehrenden Beschwerden solltest Du ärztlichen Rat einholen.

Was ist ein atopisches Ekzem?

Bei einem atopischen Ekzem oder atopischer Dermatitis1 handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit genetisch bedingter Barrierestörung. Die Begriffe Neurodermitis, atopisches Ekzem und atopische Dermatitis werden im Alltag oft gleichgesetzt, sind medizinisch gesehen aber leicht unterschiedlich. Medizinisch wird atopisches Ekzem unter dem Code L20 erfasst. Das ist die internationale Klassifikation für Erkrankungen und dient Ärzten zur Einordnung, nicht zur Selbstdiagnose.

Ein atopisches Ekzem tritt häufig gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf, darunter Asthma oder Heuschnupfen. Mediziner fassen diese unter dem Begriff „atopischer Formenkreis“ zusammen, da ihnen dieselbe überschießende Immunreaktion zugrunde liegt.

Frau sitzt auf einem Sofa und kratzt sich am Oberarm; sie trägt ein weißes ärmelloses Top und Jeans.

 

Atopisches Ekzem geht häufig mit generell empfindlicher Haut einher. Mehr dazu hier: Empfindliche Haut: Ursachen und richtige Pflege

Wie sieht ein atopisches Ekzem aus und welche Symptome gibt es?

Zu den typischen Symptomen2  für ein atopisches Ekzem gehören Juckreiz, Rötungen und trockene Haut. Außerdem solltest Du auf folgende Anzeichen achten:

  • Leichte Symptome: Erste Anzeichen sind oft leichter Juckreiz – besonders abends – sowie trockene, leicht schuppende Haut und dezente Rötungen.
  • Ausgeprägte Symptome: Sorgt der Juckreiz für Schlafstörungen, großflächige Rötungen, Wärme, Nässe und Schwellungen solltest Du sofort zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen.
  • Bilder: Fotos von Deinem atopischen Ekzem können helfen, die eigenen Hautveränderungen besser einzuordnen. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose.
  • Juckreiz-Kratzen-Kreislauf: Kratzen lindert den Juckreiz kurzzeitig, sorgt aber langfristig für stärkere Hautschäden und Entzündungen. Dieser Kreislauf muss durchbrochen werden, um das atopische Ekzem zu behandeln.

Besonders in der kalten Jahreszeit leidet die Hautbarriere. Erfahre hier, wie Du juckende Haut im Winter pflegen kannst.

Wo tritt ein atopisches Ekzem häufig auf?

Wo die Symptome auftreten, ist oft altersabhängig und individuell sehr unterschiedlich. Typische Körperstellen sind:

  • Gesicht/Augenlider: Die Haut hier ist besonders empfindlich und schnell gereizt, weshalb schonende Pflege nötig ist.
  • Hände: Das Ekzem wird hier durch äußere Reize wie Seife, Wasser oder Handschuhe oft noch verstärkt.
  • Kopfhaut: Wird oft schuppig und juckend, Haarpflegeprodukte und Schweiß verstärken das Ekzem.
  • Ellenbeugen, Kniekehlen: Diese Stellen sind besonders typisch bei Erwachsenen. Bei Babys und Kindern sind dagegen Wangen und Stirn häufiger betroffen.
Nahaufnahme eines Unterarms mit geröteter, gereizter Haut; eine Hand kratzt die betroffene Stelle.

Was sind Auslöser und Risikofaktoren für Schübe?

Schübe des atopischen Ekzems entstehen, wenn der Barrierestress der Haut und individuelle Trigger zusammenspielen. Folgende Dinge können als Trigger wirken:

  • Klima: Kälte, trockene Heizungsluft, aber auch Hitze und Schweiß können die Hautbarriere belasten und Schübe begünstigen.
  • Reizstoffe: Duftstoffe, Alkohol in Pflegeprodukten, aggressive Reinigungsmittel sowie Wollkleidung direkt auf der Haut reizen empfindliche Haut.
  • Stress und Schlafmangel: Über das Nervensystem beeinflusst Stress das Immunsystem direkt. Entzündungsreaktionen können dadurch zunehmen und bestehende Schübe verschlechtern. Mehr dazu hier: Hautausschlag durch Stress im Gesicht.
  • Allergene: Hausstaub, Tierhaare und Pollen sind häufige Auslöser. Ob eine Allergie vorliegt, lässt sich ärztlich abklären.
  • Ernährung: Ein pauschaler Zusammenhang zwischen Ernährung und atopischem Ekzem ist wissenschaftlich nicht belegt. Individuelle Unverträglichkeiten – etwa auf Kuhmilch oder Nüsse – können bei manchen Menschen jedoch eine Rolle spielen und sollten ärztlich geprüft werden.
  • Schwangerschaft: Auch hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können das Ekzem beeinflussen. Betroffene sollten Behandlung und Pflege in dieser Zeit ärztlich begleiten lassen.

Übrigens: Auch ein möglicher Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und atopischem Ekzem wird in der Forschung diskutiert. Eindeutige Belege fehlen bislang. Auch hier solltest Du ärztlichen Rat einholen. Welche Rolle Vitamin D für die Hautgesundheit spielt, erfährst Du hier: Was passiert bei Vitamin-D-Mangel mit der Haut.

Nahaufnahme eines nackten Beins; eine Person legt beide Hände auf Knie und Oberschenkel, als würde sie die Haut eincremen oder pflegen.

Atopisches Ekzem behandeln: Was hilft im Schub und was im Alltag?

Im akuten Schub

Wenn Dein atopisches Ekzem aktuell stärker auftritt und Du zum Beispiel einen Neurodermitis-Schub erleidest, gilt es, die Reize zu reduzieren, Kratzen zu vermeiden und die betroffenen Stellen zu kühlen:

 

  • Vermeide mögliche Auslöser so gut es geht
  • Setze auf sanfte, parfümfreie Reinigung
  • Kühle die betroffene Stelle mit feuchten Umschlägen
  • Wenn vorhanden, befolge die ärztlich verordnete Behandlung

 

Wenn das Ekzem nässt oder Infektanzeichen wie Wärme, Schmerzen oder Krustenbildung aufweist, solltest Du direkt zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen.

Zwischen den Schüben

Konsequente Basispflege3  zwischen den Schüben schützt die Hautbarriere und kann ein weiteres Ausbrechen des Ekzems hinauszögern. So lauten die Regeln für den Alltag:

  • Kurz und lauwarm duschen, statt heiße, lange Bäder nehmen
  • Milde und seifenfreie Reinigungsprodukte verwenden
  • Direkt nach dem Waschen eincremen (innerhalb von 3 Minuten)
  • Trigger in der Umgebung vermeiden oder reduzieren

Welche Basispflege stärkt die Hautbarriere bei atopischem Ekzem?

Die richtige Pflege sorgt dafür, dass die Haut täglich mit Feuchtigkeit, Lipiden und beruhigenden Wirkstoffen versorgt wird – nicht nur, wenn Symptome auftreten. Folgende Inhaltsstoffe sind besonders geeignet:

  • Panthenol: Beruhigt gereizte Haut und unterstützt ihre natürliche Regeneration. Der Inhaltsstoff ist sehr gut verträglich und eignet sich für empfindliche und von Ekzemen betroffene Haut.
  • Ceramide: Natürliche Lipide, die in der Hautbarriere vorkommen und diese zusammenhalten. Ceramide in der Pflege helfen, die Schutzfunktion der Haut zu stärken.
  • Hyaluronsäure: Bindet Feuchtigkeit in der Haut und hilft, sie dort zu halten. Das unterstützt das Feuchtigkeitsgleichgewicht.
  • Squalan: Rückfettender Wirkstoff, der die Haut mit Lipiden versorgt, ohne sie zu beschweren. Er ist leicht, gut verträglich und eignet sich auch für empfindliche Haut.
  • Urea (Harnstoff): Macht sehr trockene, raue Haut geschmeidiger. Auf offenen oder stark entzündeten Stellen kann Urea brennen. In akuten Schüben daher nur auf abgeheilten Arealen anwenden.

Wichtig: Welche Konsistenz Du verwendest, solltest Du von Deinem Hautzustand abhängig machen. Bei leicht trockener Haut reicht eine Lotion, bei stärkerer Trockenheit ist eine Creme die bessere Wahl und bei sehr rauer, rissiger oder ekzemgeplagter Haut bietet ein Balsam die beste Pflege.

Wer unsicher ist, wie Körperpflege eingesetzt wird, findet hier Tipps zur richtigen Bodylotion Anwendung. Auch Männer sind von atopischem Ekzem betroffen. Pflegetipps gibt es hier: Bodylotion Männer.

Junge Frau mit lockigem Haar lächelt, trägt Creme auf ihre Schulter auf und blickt dabei nach unten

Mixa Produktempfehlungen bei atopischem Ekzem

Die Mixa Pflegeprodukte können Deine Hautbarriere stärken, ersetzen aber keine medizinische Behandlung bei schweren Verläufen. Unsere Empfehlungen:

Extra-Tipp: Der Panthenol Lip Comfort Lippen- & Nasenbalsam von Mixa wurde speziell für die Bedürfnisse von sehr trockenen Lippen entwickelt. Die pflegende Formel aus 15 % Sheabutter und Panthenol mildert Irritationen und raue Lippen.

Fazit: Basispflege ist der Schlüssel bei atopischem Ekzem

Ein atopisches Ekzem, auch Neurodermitis oder atopische Dermatitis genannt, tritt in Form von Juckreiz, Rötungen und trockener Haut an verschiedenen Körperstellen auf. Um es zu behandeln, braucht es einerseits ärztliche Beratung und gleichzeitig eine sanfte Basispflege, die die Haut während und zwischen den Schüben bei der Regeneration unterstützt. Wer seinen Hauttyp kennt, Trigger meidet und konsequent pflegt, kann die Lebensqualität deutlich verbessern und die Intensität des Ekzems lindern.

FAQ: Häufige Fragen zu atopischem Ekzem

Was ist ein atopisches Ekzem und ist es dasselbe wie Neurodermitis?

Atopisches Ekzem ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die medizinisch auch als atopische Dermatitis bezeichnet wird. Neurodermitis ist ein weiterer Alltagsbegriff für dieselbe Erkrankung. Alle drei Begriffe werden im Alltag oft gleichbedeutend verwendet.

Was sind die Symptome von atopischem Ekzem bei Erwachsenen?

Typische Symptome sind starker Juckreiz, trockene und schuppende Haut sowie Rötungen – häufig in Ellenbeugen, Kniekehlen, am Gesicht oder an den Händen. In ausgeprägten Fällen können nässende oder verkrustete Stellen hinzukommen.

Was sind häufige Auslöser für Schübe bei atopischem Ekzem?

Häufige Auslöser sind trockene Luft, Kälte, Duftstoffe in Pflegeprodukten, Stress und Allergene wie Hausstaub oder Tierhaare. Da Trigger individuell verschieden sind, hilft es, die eigenen Auslöser gezielt zu beobachten und zu meiden.

Wie kann ich einen akuten Ekzemschub lindern, ohne die Haut zu reizen?

Im Schub gilt: kurz und lauwarm duschen, nur milde parfümfreie Produkte verwenden und Kratzen vermeiden. Eine beruhigende Pflege mit Panthenol kann gereizte Haut sanft unterstützen.

Welche Basispflege stärkt die Hautbarriere bei atopischem Ekzem am besten?

Bewährt haben sich Wirkstoffe wie Panthenol, Ceramide, Hyaluronsäure und Urea, die Feuchtigkeit spenden und die Barriere stärken. Die Mixa Panthenol Comfort Creme sowie der Balm Cica Multi-Use reparierende Balm und die Urea Cica Repair sind speziell für empfindliche und trockene Haut entwickelt.

Atopisches Ekzem im Gesicht oder am Augenlid: Worauf solltest Du besonders achten?

Gesichtshaut und Augenlider sind besonders dünn und empfindlich – hier sind ausschließlich parfümfreie, gut verträgliche Produkte sinnvoll. Bei anhaltenden Beschwerden im Gesicht sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Welche Kleidung sollte man bei Neurodermitis tragen, um Hautreizungen zu vermeiden?

Weiche Naturfasern wie Baumwolle sind am hautfreundlichsten, da sie die Haut nicht mechanisch reizen. Synthetische Fasern und Wolle direkt auf der Haut sollten vermieden werden, da sie Juckreiz und Reizungen verstärken können.

Quellen

[1] MSD Manual: Atopische Dermatitis (Ekzem). Ausgabe für Patienten. Zuletzt aktualisiert: April 2025. URL: https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/juckreiz-und-dermatitis/atopische-dermatitis-ekzem

[2] Universitätsklinikum Würzburg (UKW), Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie: Neurodermitis und andere Ekzemkrankheiten. URL: https://www.ukw.de/hautklinik/schwerpunkte/allergien-und-allergieassoziierte-erkrankungen/neurodermitis-und-andere-ekzemkrankheiten/

[3] Hornung T, Bieber T: Therapie der atopischen Dermatitis: Nach wie vor eine besondere Herausforderung. Deutsches Ärzteblatt 2018; 115 (Supplement Perspektiven der Dermatologie): 12. DOI: 10.3238/PersDerma.2018.05.21.02. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/therapie-der-atopischen-dermatitis-nach-wie-vor-eine-besondere-herausforderung-a2b9accb-9981-4c7a-a711-bb7e2f0027de